
Das Bühnendesign für den Eurovision Song Contest 2026 wurde heute Morgen offiziell vorgestellt! Erneut ist Stage-Designer Florian Wieder verantwortlich für den Entwurf der ESC-Bühne. Nach monatelangem Warten und Anteasen haben der ORF und die EBU nun anhand der ersten Bilder (Aufmacherbild) veröffentlicht, wie genau die Wiener Stadthalle im Mai kommenden Jahres bei den drei ESC-TV-Shows aussehen wird. Als Leitbild für das Bühnendesign wurde auch das dauerhafte ESC-Motto United by Music erweitert – und zwar um in the Heart of Europe.
Der Contest 2026 wird anders, als alle bisherigen Editionen – und das aus mehreren Gründen. Nicht nur das große 70-jährige Jubiläum macht die kommende Ausgabe zu etwas Besonderem, auch die Absagen und Negativ-Schlagzeilen, die bereits Monate vor dem eigentlichen Wettbewerb die Runde machen, versprechen einen ungewöhnlichen ESC. Trotz der aktuellen Krise, in der sich der Wettbewerb und die EBU befinden, werden wieder bis zu 200 Millionen Zuschauende erwartet, die das Spektakel live am TV oder online verfolgen.
Eine spektakuläre Bühne ist also aus mehreren Gründen nötig. In der Wiener Stadthalle sollen 35 Nationen zusammenkommen und an drei Abenden eine Welt präsentieren, wie sie sein könnte, so die EBU. Die große Aufgabe, eine dafür passende Bühne zu entwerfen, hatte erneut Florian Wieder – es ist inzwischen das neunte Mal, dass er als Stage-Designer für den ESC eingesetzt wird.
Entstanden ist in den vergangenen Monaten ein Bühnendesign, das ein wenig dem aus 2015 ähnelt, da erneut eine geschwungene Form zum Einsatz kommt. Grundsätzlich entsteht jedoch eine völlig neue, deutlich aufwendigere und pompösere Atmosphäre, die bereits auf den ersten Bilden spürbar wird. Dass die Bühne einen markanten Rahmen haben soll, war bereits im Herbst angekündigt worden.

„Markant“ erscheint das Bühnendesign durch die abgegrenzte Beleuchtung. Im Zentrum der Bühne befindet sich zudem eine LED-Fläche in Form eines gebogenen Blattes, die den Mittelpunkt der Inszenierung bildet. Ein geschwungener, äußerer Bogen und eine aufwendige, goldfarbene Konstruktion vervollständigen das spektakuläre Design. Weiter heißt es von offizieller Seite:
„Der kreative Geist der Wiener Secession steht im Zentrum des Bühnenbildkonzepts. Wie einst diese Kunstbewegung, will auch die ORF-Produktion bewusst mit Konventionen brechen und neue Formen zulassen. Es geht um Mut zur Erneuerung, Offenheit für radikale Kreativität und eine neue gestalterische Freiheit.“

In der Pressemeldung des ORF heißt es außerdem: Die Bühne soll vertraute Song-Contest- Elemente mit Innovationen verbinden und dabei an die Künstlergruppe um Gustav Klimt erinnern. Im Zentrum der Bühne steht eine gebogene LED-Fläche in Form eines weißen Blattes, das für Neubeginn und gemeinsame Gestaltung stehen soll: „Europa schreibt darauf seine Melodie der Vielfalt.“
Das Blatt wird durch einen geschwungenen Resonanzbogen ergänzt (siehe oben), Ausdruck für Resonanz und musikalische Bewegung. Der Bogen soll die Emotion und den unverwechselbaren Wiener Charme symbolisieren. Das ganz besondere Bühnengerüst „schafft Ordnung, gibt Visionen Halt und bildet einen bewussten Kontrast zur organischen Schwunglinie“, heißt es weiter.
Insgesamt soll das ESC-Bühnendesign Wien als „offenes und mutiges Herz Europas“ darstellen und präsentieren. Dies spiegelt sich auch im Jubiläums-Motto der kommenden Ausgabe wider: Dem fest etablierten und permanentem Song-Contest-Motto „United by Music“ soll tatsächlich ein, eigens für Wien entwickelter, Zusatz beigestellt werden: „(In) the Heart of Europe“! In welcher Form dieser Zusatz dann auch designtechnisch ins Logo integriert wird, ist noch unklar.
Zudem werden von Seiten der EBU und des ORF drei gestalterische, grundsätzliche „Leitmotive“ genannt, an die sich die Bühne für den ESC 2026 in Wien orientiert hat:
- Das Blatt: Als Symbol für Ursprung und Potenzial steht es für Neuanfänge und gemeinsames Gestalten. Vielfältige Musik aus ganz Europa ist darauf geschrieben.
- Die geschwungene Linie: Als Ausdruck von Resonanz, Entwicklung und musikalischer Bewegung verkörpert sie Verbundenheit, Emotion und Wiener Charme.
- Die Konstruktion: Eine goldene Struktur, die Kunst und Funktionalität verbindet, schafft Ordnung, unterstützt die künstlerische Vision und bildet einen bewussten Kontrast zur organischen, geschwungenen Linie. Im Zusammenspiel dieser Elemente entsteht ein Bühnenbild, das die DNA des Eurovision Song Contest bewahrt und gleichzeitig kreatives Neuland betritt.
Besonders interessant scheint die Gestaltung des Green Rooms zu sein. Dieser wird über einen Steg direkt mit der Bühne verbunden sein – was unter anderem einen Siegergang durch das Publikum ermöglicht.

Stage-Designer Florian Wieder wurde 2011 zum ersten Mal für eine ESC-Bühne eingesetzt. In Düsseldorf überzeugte sein Entwurf ganz Europa. Anschließend war er für die Bühnen 2012 in Baku, 2015 in Wien, 2017 in Kiew, 2018 in Lissabon, 2019 in Tel Aviv, 2021 in Rotterdam, 2024 in Malmö sowie letztes Jahr in Basel verantwortlich. Häufig versucht Wieder die geografischen oder kulturellen Besonderheiten des ausrichtenden Landes in den Bühnenentwurf einfließen zu lassen.
Auch weitere Verantwortliche rund um den Contest wurden heute bekannt gegeben. Regie führt beispielsweise Chefregisseur Michael Kögler zusammen mit dem schwedischen Starregisseur Robin Hofwander, der schon 2025 in Basel eingesetzt war. Besonders spektakulär: Spezialkameras werden die ESC-Shows in einem „Cinematographic Look“ zeigen – als Referenz werden Konzerte von Coldplay und Taylor Swift genannt, die mit derselben Technik in Szene gesetzt werden.
Für die Beleuchtung und die generelle Lichttechnik wird der vielfach preisgekrönte britische Lichtdesigner Tim Routledge eingesetzt. Die Verantwortung für die Musik (Soundtrack des ESC 2026, der beispielsweise im Opening zu hören sein wird) übernimmt ein Duo. Es besteht aus Dorothee Freiberger, die beim ORF bereits in zahlreichen Formaten die musikalische Leitung übernahm, sowie aus Martin Gellner, der als Komponist und Musikproduzent für internationale Großproduktionen arbeitet. Sie ließen sich für den ESC 2026 von Mozarts „Zauberflöte“ inspirieren.
Wie gefallen Dir die ersten Eindrücke der ESC-2026-Bühne? Passt der Entwurf zum großen 70. Jubiläum? Lass uns gerne Deine Meinung da.
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Für mich sieht’s aus wie die Bühne in Düsseldorf 2011 – aber es kommt ja alles Wieder!
es IST die alte Bühne! Wieder der alte Sparfuchs.
Beim ESC 2026 soll es übrigens keinen synthetischen Applaus mehr geben:
https://www.radiowestfalica.de/service/lifestyle-freizeit-nrw/wien-esc-ticket-frist-endet-orf-will-groessere-proteste-zeigen.html
Das könnte am Ende zum Eigentor des ORF werden.
ist auch immer etwas lachhaft da so ein Fake einzubauen
Absolut richtige Entscheidung auch wenn es im Falle von Buhrufen (was es hoffentlich nicht geben wird) unbequem ist – doch besser als dem TV Publikum Applaus vorzugaukeln
War das denn letztes Jahr so? Ich kann mich nur dran erinnern dass man während dem Auftritt absolut alles stummgeschalten hat, hatte gar nicht bemerkt dass man da künstluchen Applaus eingebaut hat. Ich hoffe aber trotzdem, dass auch die Stummschaltung aufgehoben wird, das fälscht auch die Atmosphäre
Mit gefällt das Bühnendesign sehr – da lässt sich ne Menge mit machen bei den jeweiligen Inszenierungen.
Die durchgehende LED Wand vom Hintergrund zur Bühne wird für die Stageworker und das rangieren von Props sicher eine Herausforderung…. na kann ja nicht einfach nach hinten weg.
Die runden und geschwungenen Elemente lassen alles etwas heimelig wirken – sehr glamourös. Die kantigen Formen aus Basel und Malmö fand ich allerdings genauso toll.
Was mir persönlich nicht so gut gefällt sind die Visuals zu den Herzen…. wirkt auf mich irgendwie angestaubt und zu lieblich, schmalzig, genau wie der jetzige Schriftzug zum ESC.
die Herzen sollen wohl noch durch Schnitzel ersetzt werden, was man so munkelt. Mal was frisches und neues!
Wirklich sehr schick geworden. Mutet im Vergleich zu vorherigen Bühnen aber etwas schlicht an, oder?
🇬🇷 ERT wird die 28 Künstler und Liederschnipsel am 04.01.2026 enthüllen, die bei „Sing for Greece – Ethnikós Telikós 2026“ antreten.
https://eurovision.ert.gr/sing-for-greece-ellinikos-telikos-2026-oi-finalist-i-giorti-tis-eurovision-archizei-stin-ert1/
Wurde bereits erwähnt:
https://esc-kompakt.de/esc-2026-news-zu-den-vorentscheiden-in-albanien-und-montenegro-aserbaidschan-waehlt-intern/
Skandalös!
Hör bitte endlich auf zu meinen, für alle mitdenken zu müssen. 🙄
Vielen Dank!
Gefällt mir prima, was bei Bühnendesigns von Florian Wieder eher selten vorkommt
– aber Wien 2026 steht ja bisher ohnehin unter einem guten Stern … 🌟
Wiederlich wie alles von Wieder. Also im großen Ganzen gefällt es mir aber wirkt doch sehr schlicht. Ich finde LED Wand nicht so ganz passend. Wirkt so bisschen wie ein Mix vom Schulte Staging kombiniert mit dem von Yuval Raphael wie hier schon oft passend erwähnt. Ich bin aber mal gespannt wie alles wirkt wenn es mit Leben gefüllt wird
Am wichtigsten ist es, dass die Teilnehmer das Design für ihre Ideen nutzen können.
Vielleicht erkenne ich es nur nicht so gut, aber ich sehe da einfach keinen Green Room. Ist der in der Mitte (um die geschwungene Linie herum)?
Ich gehe davon aus, dass der Green Room an der der Bühne gegenüberliegenden Seite der Halle angeordnet wird, wie in Wien 2015 schon. Das zweite Bild im Artikel (direkt vor dem Absatz, der mit „Markant“ beginnt) könnte so ungefähr die Perspektive vom Green-Room-Bereich her zeigen. Das würde dann auch mit der Aussage, Bühne und Green Room sollen über einen Steg verbunden sein, zusammenpassen.
Der Greenroom ist da nicht drauf, befindet sich wie 2015 auf der anderen Seite der Halle. Die ganze Halle soll aber quasi Bühne sein mit den Zuschauern mittendrin.
Welt seid mir gegrüßt, ich bin der Held des ESC, in meiner wunderbaren großen Stadthalle, in Wien, im Herzen von Europa, an einem fantastischen Tag und schaut mal was ich euch mitgebracht habe, die 202605, die kleine ESC-Bühne, es wird ein Fest 😄
Da schaut wohl jemand zuviel einen bestimmten Kanal auf YT 🤔🤣
Sehr interessantes Konzept – kann man nicht anders sagen. Ähnlichkeiten zu 2015 (was ich nicht so mochte, da es auf mich etwas wie „Frontalunterricht“wirkte) sehe ich nicht wirklich.
Man kann froh sein, dass durch dieses recht edle Kultur-Konzept das verspielte Aufblas-ESC-Logo in den Hintergrund gerückt wird.
Ich frag mich, wie groß die effektive Nutzfläche für die Acts sein wird. Wirkt für mich erstmal so, als würde der Aktionsradius etwas eingeschränkter sein. Wird real aber wahrscheinlich nicht so sein. Und selbst wenn: Es wirkt dann hier stilistisch umso spannender.
Erstmal Chapeau, Herr Wieder!
Positiv ist schon mal, dass die Bühne sich optisch deutlich von Malmö und Basel unterscheidet, so wird auch eine eigene Identität des Jahrgangs geschaffen. Die Positionierung der Lichter und Scheinwerfer kann ich dabei nur loben, das sieht richtig stilvoll aus. Auch wenn ich den Steg und vor allem dessen angebliche Anbindung an den Greenroom noch nicht ganz verstanden habe, sagt mir die Grundidee zu und die geschwungene Linke bringt die gewisse Leichtigkeit ins Design. Wahrscheinlich könnte man argumentieren, dass man für das Jubiläum eine noch spektakulärere Bühne hätte entwerfen können, aber manchmal ist weniger einfach mehr und die elegante Schlichheit tut dem Jahrgang eigentlich ganz gut würde ich sagen.
Wenn der österreichische Beitrag jetzt auch noch „Das Leben ist Kunst“ (Philip Piller) werden würde, wäre das Konzept des ORF wohl vollendet.
Das klingt irgendwie nach „Gastgeber wird wieder Letzter“.
Ich hatte heute morgen zufällig als einer der ersten dieses Video von der Bühne gesehen. Hübsch, aber immer irgendwie gleich. Und sofort stellt sich mir die Frage: Was kostet das? Es sieht wieder überdimensioniert aus, die meisten Acts brauchen den Platz überhaupt nicht und die Bühne wird in voller Gänze meistens nur von den Intervalacts genutzt. Auf die Details des Entwurfs achtet doch keiner am TV… und interessiert auch niemanden.
Es ist schön, dass sich so viele Menschen so viele Gedanken machen. Aber muss das immer so ausufern?
Es sieht immer teuer aus. Real ist es oft OSB-Platte. Alles Licht, LED, Schirmen wird gemietet. Es gibt einige Firmen, die bei jede große Show in Europa dabei sind. Profis in diese Marktnische.
Meiner Meinung nach hat der ESC den Zenit beim Thema Design und Bühne schon lange überschritten. So sehr ich das neue Design auch mögen will, sieht es selbst im Vergleich zu 2016 oder 2019 outdated und lieblos aus. Beim lieblosen KI Herz will ich gar nicht erst anfangen.
Mein gedanke zu der bühne war recycling ware aus 2023 und auch vom letzten mal in wien. Es ist eher eine basic bühne die man auch an vielen vorendscheidungen sieht aber ok
Natürlich ist das Geschmackssache, aber Recyclingware aus 2023? Die Bühne 2023 sah doch komplett anders aus.
Natürlich kann man die Bühne nicht jedes Jahr neu erfinden und sie kann einem auch nicht jedes Jahr gleich gut gefallen.Mir ist wichtig, dass sie nicht jedes Jahr gleich aussieht und ich fand die Bühnen von 2024 und 2025 recht ähnlich mit den rechteckigen Formen und der Deckenkonstruktion.
Mal sehen, was Deutschland aus der Bühne macht, oder ob sie, wie jedes Jahr, auch letztes Jahr, ne langweilig Show inszenieren
schon sicher: Donald Trump wird einen Gastauftritt haben!
Den größten und besten Auftritt, den der ESC jemals gesehen hat.
new stage will rise